Hier wohnte ich

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Göttingen - 1946 bis 1954

Hier wohnte nach dem Krieg zuerst meine Großmutter. Wir lebten noch in Senftenberg (unter russischer Besatzung). Da ich ziemlich unterernährt war, brachte mich meine Mutter über die Grenze nach Göttingen (englische Besatzung) zu meiner Großmutter. Sie wohnte mit ihrer Tochter in der Weender Straße zur Untermiete.

Ich kann mich noch an die nächtliche Grenzüberschreitung erinnern. Meine Mutter hatte wohl jemanden gegen Bezahlung gefunden, der uns in den Westen brachte. Es war Nacht und wir mussten unter anderem durch einen Bahntunnel gehen, dann mussten wir uns auf einem Bauernhof verstecken. Ich hatte ganz große Angst. Auf dem Rückweg wurde dann meine Mutter an der Grenze festgenommen. Scheinbar war aber alles gut ausgegangen.

Ich hatte in Göttingen große Sehnsucht nach meiner Mutter. Meine Tante arbeitete als Rotkreuzschwester auf dem Bahnhof. Ich durfte sie dort oft begleiten. Der Bruder meines Vaters war in der Zeit als Kofferträger tätig. Ja, das waren Zeiten - jeder musste kucken, wie er über die Runden kam. Onkel Volkmar war vorm Krieg Landrat, später war er dann Präsident des Bundesrechnungshofes.

Meine Oma, sie war Arztwitwe, hat in der Zeit für fremde Leute genäht.

Irgendwann kam dann meine ganze Familie nach Göttingen. Wir wohnten dann eine Zeit lang zu sechst in einem Zimmer mit Kochgelegenheit im Flur. Dann hatten wir aber Glück und bekamen ein ganzes Hinterhaus mit großem Hof zugewiesen. Dort war es natürlich für uns alle ganz wunderbar.

unsere alte Grundschule

 

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