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Norwegen 17. bis 22. April 2002 

Fehmarn – Kiel mit dem  Auto
Kiel – Oslo mit d. Schiff Kronprins Harald
Oslo – Bergen mit der Bergen-Bahn
Bergen – Trondheim mit dem Hurtigruten-Schiff Nordkapp, zwei Übernachtungen
Trondheim – Oslo mit der Dovre-Bahn, in Oslo Hotelübernachtungen
Oslo – Kiel mit dem Schiff Prinsesse Ragnhild
Kiel – Fehmarn mit dem Auto

9 Uhr, 17. April 02 - wir sind abfahrbereit. Da es noch so früh ist, fahren wir noch bei der Arztpraxis in Landkirchen vorbei. Armer Hansi (Ehemann) - aber er ist geduldig. Ich lasse mir noch schnell was zum Entkrampfen des Darmes verschreiben – sicher ist sicher. Grundsätzlich habe ich vor jeder Reise dolle Bauchschmerzen. 

Dann geht es weiter Richtung Kiel. In Kiel am Hafen sind Demos angesagt. Uns berührt das aber kaum. Wir haben sehr viel Zeit. Nach einer „kleinen Abkürzung“ erreichen wir dann auch um 11.30 Uhr den Norwegenkai. Das Schiff ist wunderschön – wir werden auch schon richtig aufgeregt (Fernweh). Das Gepäck und ich haben einen total schönen Platz oben im Terminal. Ich habe unter dem Poo eine Bank mit Heizung darunter - dabei einen wunderschö­nen Blick auf das ganze Einladgeschehen des Schiffes. Zusätzlich kann ich Hansis Fahrt zum Parkhaus und dann auch seinen Fußweg zurück zu mir beobachten.

Die Zeit geht schnell rum. Um 13.20 Uhr dürfen wir auf die „Kronprins Harald“. Es sind we­nig Reisende da. Unsere Kabine 5376 ist wunderbar, sie hat auch ein schönes großes Fenster. Dann geht es auf den üblichen Schiffsrundgang. Ich kuck mir natürlich, wie immer, die „Ret­tungswege“ genau an. Natürlich erleben wir die Abfahrt draußen. Jeder hat einen dicken Schal um, Hansi Bommelmütze und ich Armstulpen (alles von Mutti gestrickt). Nicht zu vergessen, die dicke lange Wollweste, die ich unter dem Anorack anhabe. Auf dem Kopf habe ich mei­nen „Sambrero“. Der Weg geht an Laboe vorbei – wir sind total glücklich -  bestätigen uns immer wieder, wie schön das alles sei. Es ist uns, wie bei jeder Schiffsfahrt unverständlich, dass die meisten Menschen im Schiff bleiben und die Ausfahrt nicht draußen erleben. Später setzten wir uns auf den „besten Platz“, wir haben natürlich verschiedene ausprobiert, im Schiff. Es sind drehbare Sessel. Man kann wunderbar den Betrieb auf dem Schiff, aber auch das Meer beobachten. Hansi schlürft ein lecker Bierchen und ich stricke an den Norwegersocken für Gisela. Hunger habe ich keinen – wir haben auch noch jeder ein Brötchen von zu Hause. Jetzt warten wir auf die BRÜCKE. Ich habe sie bei unserer letzten Überfahrt nachts vom Kabinenfenster aus gesehen. Ich dachte damals, es sei eine Fatahmorgana. Dann endlich 18.45 Uhr - wir schnell raus aufs Deck. 

Die Große Beltbrücke. Sie ist beieindruckend. Die Länge ist 6,8 km, Höhe 254 m und die Spannweite 1624 m. Wir machen natürlich auch ein paar Aufnahmen und wundern uns, dass das Schiff unter der Brücke herpasst. Die Autos und Laster sehen wie Spielzeug aus. Wir sind beide total aufgeregt und genießen den Anblick sehr. „Die Fahrt machen wir bald wieder“, darüber sind wir uns schon jetzt einig. Leider wer­den auf den Fernsehern im Schiff nicht die genaue Fahrtroute des Schiffes angezeigt. Um 21 Uhr etwa schlafen wir beide schon in unserer Kabine. Die gleichmäßigen Motorgeräusche sind unsere Einschlafmelodie. Richtig gut ausgeruht geht es morgens zum Frühstücksbüfett. Zwei Tassen guten Kaffee und Brötchen mit Rührei und Speck lassen wir uns schmecken. Dazu noch leckere Leberpastete. Überhaupt waren alle Frühstücksbüfetts gut. Am schönsten war es aber, als ich später dann erstmals auf dem Hurtigrutenschiff – ich habe mich riesig ge­freut– meinen heißgeliebten Ziegenkäse (Karamellgeschmack) entdeckte. Maria B. hat ihn mir früher immer aus Norwegen mitgebracht. Nach dem Frühstück war dann auch bald Oslo in Sicht. Wir erlebten natürlich die Einfahrt an Deck. Mit dem Taxi ging es dann zum Bahnhof und dort in die Bergenbahn. Unser eigentlicher Platz war nicht so gut - da aber der Zug ziemlich leer war, wechselten wir die Plätze. Eigentlich wollte ich stricken. Ich habe aber nur die Hacke geschafft. Das zeigt, wie viel zu sehen war. Norwegen ist einfach das Land der Superlativen. Man denkt, es sei keine Steigerung mehr möglich. Aber doch, es wird immer schöner und noch schöner. Händchenhaltend und total glücklich ließen wir die Landschaft an uns vorbeiziehen. Diese Unterschiede – karge Felsen, Birken, dann wieder Tannenwald, dann ein tiefblauer See, grüne weite Wiesen und dann die wunderschönen Holzhäuser überall. Die Häuser wirkten wie „Fallerhäuser“, sie waren meistens gelb, weiß, rostrot oder auch blau ge­strichen. Alle in der typischen Bauweise aus Holz mit oft auch Holzveranda davor. Menschen waren kaum zu sehen.

Dann der erste Schnee – Hansi bekam tatsächlich den Fotografierwahn. Da er sonst eigentlich nicht fürs Fotografieren ist, zeigt es, wie beeindruckt er war. Man hatte das Gefühl, das Herz wurde einem warm. Es ist einfach nicht zu beschreiben, man hatte einfach ein Glücksgefühl. So was von friedlicher, ruhiger Schönheit. Das Licht wurde gleißender, es kamen zugefrorene riesige Seen und dann die Schneemengen. Die Häuser waren teilweise noch zugeschneit - rie­sige Schneepisten - man kann es einfach nicht beschreiben. Nach jedem Tunnel wurde es noch weißer und auch noch schöner. Wir konnten die Augen teilweise nicht mehr öffnen, das Licht tat einfach zu weh. Besonders aufregend fanden wir die Bahnstation Mjoellfell – da waren wir doch tatsächlich vor 28 Jahren in der Jugendherberge. Was waren wir jetzt aufgeregt.

Als wir dann in Bergen ankamen, hatte Hansi die gute Idee zu Fuß zum Hafen zu gehen. So konnten wir etwas von der Stadt sehen. Wir zogen also los. Mein lieber Hansi hatte die ganze Fracht und dann natürlich auch die Verantwortung. Ich trottete so gepäcklos neben ihm her. Zum Glück hat Hansi ja einen super Orientierungssinn. Wir haben auch tatsächlich das Schiff gefunden. Man vergesse aber nicht – warum Bergen, Bergen heißt. Hansi kam ganz schön ins schwitzen. Aber alle Anstrengung war vergessen, als das Hurtigrutenschiff „Nordkapp“ vor uns lag. Einfach toll, es wurde ganz einfach mit Gabelstapler und Paletten mit Sachen bela­den. Später fand Hansi den richtigen Ausdruck dafür – das Gabelstapler-Ballett. Die Männer arbeiteten so was von schnell. Wir konnten einfach so aufs Schiff gehen und wurden auch sehr nett empfangen. Wieder stellte wir fest, dass die jungen Norweger alle sehr, sehr freund­lich sind. Die Damen an der Rezeption freuten sich, dass wir zu Fuß durch Bergen gegangen waren und wir bekamen mit Sicherheit „die schönste Kabine“ des Schiffes (so kam es uns vor). Wir waren in der 6 Etage (641) und konnten das Be- und Entladen vom Fenster aus beo­bachten. Das war für uns deshalb so gut, weil Hansi auch in der Nacht jeden Hafen mit seinen anfallenden Bewegungen sehen „musste/wollte“. Er brauchte sich also nicht einmal anzuzie­hen.

Dann haben wir Abendbrot (Büfett) gegessen und uns natürlich das ganze Schiff angesehen. Die Nordkapp ist wirklich sehr, sehr schön. Überall hängen schön gemalte Bilder, es ist viel mit edlem Holz gearbeitet. Alles in allem machte es einen gemütlichen Eindruck.

Wir üblich haben wir die Ausfahrt draußen erlebt und haben uns dann einen schönen Platz zum Kucken gesucht. Am nächsten Morgen waren wir dann in Alesund. Von dort ging es zum Geiranger-Ford. Die riesigen Felsen waren schon sehr beindruckend. 

Überall standen kleine Hütten (wie haben die die wohl gebaut). Wunderschöne Wasserfälle und auch kleine Glet­scher waren zu sehen. An einer Stelle war eine Schneelawine ins Wasser gegangen. Sehr be­eindruckend war die Wasserspiegelung. Teilweise waren die Berge genau doppelt im Wasser erkennbar. Man kann das nicht beschreiben – wir konnten immer wieder nur sagen „was ist das schön“. 

Am Ende des Fjordes sahen wir dann tatsächlich den Campingplatz, auf dem wir damals mit Karin (unserer Tochter) gezeltet hatten. Nachts haben wir dann wieder die Häfen bewundert und dem Ballet der Gabestapler zugesehen. Nach einem guten Frühstück ging es dann in Trond­heim von Bord. Schlau, wie Hansi ist, haben wir unser Gepäck am Bahnhof stationiert und sind dann am Hafen der „alten“ Segelboote spazieren gegangen. Anschließend ging es dann in die Stadt. Das Wetter war super - überall schien gute Laune zu sein. Hansi entdeckte überall Pinas (so sagte er zu den jungen Mädchen, die schon beim ersten Sonnestrahl bauchfrei rum liefen (genau, wie unsere Enkeltochter Pina)).  Pfadfindergruppen waren in Trachten unterwegs, Straßenmusikanten gaben Vorfüh­rungen (einer in Unterhose, ich vermute seine Hose war geplatzt). In einem Kaufladen-Zent­rum sang eine Gruppe Studenten von der Musikhochschule. Es war ein ganz großer Genuss. Sie brachten ihre Vorführung mit viel Mimik und Temperament. Schade, dass wir den Text nicht verstehen konnten. 

Viel Glück hatte ich noch – war hingefallen, hatte mich aber nicht dabei verletzt. In einer wunderschönen großen Kirche haben wir uns ausgeruht. Am Bahnhof hat mein schlauer Hansi nachgesehen, ob unser Zug nicht schon vorher da ist und wir uns schon reinsetzen können. Richtig eine Stunde vor Abfahrt saß ich schon gemütlich drin und habe an meinen Norwegersocken (zweite Socke, der Schaft) gestrickt. Auf der Fahrt haben wir dann wieder gestaunt und gestaunt. Schön, schöner und noch schöner. Hansi entdeckte noch ein schönen Kinderabteil im Zug. Was uns wieder auffiel, die netten jungen Norweger und auch die große Sauberkeit überall. Die Landschaft war einfach nicht mehr zu toppen. Rie­sige Berge, tolle Schluchten mit wunderbaren Wasserfällen, Schneelandschaften und riesige Seen.

Um kurz vor 23 Uhr waren wir dann in Oslo, bekamen ein gutes Zimmer (1 Etage mit Blick auf Park). Das Hotel war 8 Stock hoch und hatte auch Zimmer zum Innenhof. Hilfe - wenn wir so was bekommen hätten – ich hätte vor Angst (es könnte ja mal brennen) nicht schlafen können . Hier habe ich mich hingelegt und sofort geschlafen. Ich kann mich nicht erinnern, mich noch mal umgedreht zu haben. Morgens mussten Hansi und ich allerdings eine Reisetablette nehmen. Wir hatten beide das Gefühl, dass das ganze Hotel schwankte.

Nach einem wirklich sehr gutem Frühstück ging es dann zum Schiff. Die Prinsesse Ragnhild stand da schon. So ein riesiges Schiff 200 m lang, 8 Etagen und Unmengen Aufzüge. Als das Einschiffen los ging, war das Terminal geballt voller Menschen – es war sehr schlechte Luft. Ne, das war nun nichts für uns. Es war uns klar, in Zukunft nur kleinere Schiffe. Großes Glück hatten wir aber wieder – die netten jungen Norweger – wir hatten eigentlich eine **-Kabine mit Betten übereinander. Wir versuchten nachzubuchen, es war aber nur noch eine *****-Kabine frei. Die Zuzahlung von fast 300 DM war uns nun doch zu teuer. Auch eine Innenkabine wollte ich nicht. „dann schlafen wir eben abwechselnd, ohne Außenfenster, da habe ich Angst“. Was gibt uns nach langen Diskussionen und Überlegungen mit dem Kolle­gen, der nette Norweger – eine ***-Behindertenkabine. Wir brauchten noch nicht einmal zu­zahlen. So was von nett. Ich hatte direkt ein schlechtes Gewissen den anderen Reisenden ge­genüber. Wir hatten jetzt tatsächlich zwei große Fenster und genug Platz, um die Matratze von dem oberen Bett auf die Erde zu legen. Die andere Kabine hätte nur ein Bullauge gehabt und wäre wirklich winzig gewesen. Hansi hat auf der Erde super geschlafen. Natürlich haben wir die Ausfahrt auf Deck genossen, uns das ganze Schiff angesehen (viele, viele Treppen) und haben sehr, sehr gut Büfett gegessen. Leckeren Lachs, Scampis, Rinderfilet und Kara­mellpudding, Eis und vieles mehr. Gegen Morgen haben wir vom Kabinenfester aus wieder die Beltbrücke gesehen. Sie wirkt wirklich beeindruckend schön. Aber trotzdem, hier auf Fehmarn wollen wir keine Brücke zur Beltüberquerung haben.

Nach dem üblichen Frühstück sind wir dann am Montag morgen um 9.30 Uhr in Kiel ange­kommen. Das Wetter war ganz wunderbar. Wir sind zu Fuß mit unserem Gepäck zum Park­haus gezogen, nach Hause gefahren und haben da festgestellt – so schön, wie alles war – zu Hause ist es auch sehr schön.

Was haben wir mit unserer Ferienwohnung für ein Glück. Wir haben tagtäglich die See vor uns.

Und wir sind am 18. September gegen 9 Uhr wieder auf unserem geliebtem Fehmarn.

 

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