Besondere Erlebnisse
wie war es früher
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Kinderheim - zur Erholung
(etwa 1950) |
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Als Kind wurde ich in der Nachkriegszeit mehrmals zur Erholung in Kinderheime geschickt. Natürlich habe ich auch schöne Erinnerungen daran. In Lüneburg zum Beispiel machten wir unseren Mittagsschlaf, trotz Winter, auf einem großen Balkon. Wir wurden warm in Decken gepackt und es wurde uns dann vorgelesen. In Bad Sachsa machten wir wunderbare Waldspaziergänge, suchten dort Spuren von Zwergen und bauten dann aus Moos und Zweigen kleine Wohnungen für sie. Irgendwie und wo gab es da auch einen Märchenwald mit kleinen Häusern , in denen wir die Figuren aus Märchen sehen konnten. Was aber ganz, ganz schlimm war - dass man alles essen musste, was auf den Tisch kam. Ich denke da mit Schrecken an eine "Buttermilchsupe". Oft musste sich dann auch eines der Kinder übergeben. Und dann, was fast noch schlimmer war - wir Kinder durften nur zu bestimmten Zeiten auf die Toilette. Einmal am Tag gab es dazu für jeden ein Stück Toilettenpapier. Was war denn nun aber, wenn man das nun nicht gerade jetzt brauchte. Schnell hatten wir die Idee, uns das Papier für den späteren Bedarf in den Schuh zu legen. Nachts durfte man auch nicht, um zur Toilette zu gehen, aufstehen - und wenn dann war das ein "kleines" Vergehen. Überhaupt waren die Nächte schlimm. Wir lagen zu vielen in einem Zimmer und meistens weinte sich eines der Kinder vor Heimweh in den Schlaf - aber auch das nur ganz leise, damit es keine Schimpfe gab. Eigenartig - aber eigentlich waren auch das schöne Zeiten. Wie schön war es, wenn man dann wieder nach Hause zu seiner Familie kam - und man hatte tatsächlich an Gewicht zugenommen und war gereift an Erfahrung. |