Besondere Erlebnisse 

so war es "früher"

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Überischt - Besondere Erlebnisse

 

Friedland - es war 1955 

Wir wohnten damals in Göttingen. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich dazu kam. Aber in den  Ferien ging es morgens nach Friedland zum Helfen. In Friedland kamen die "Heimkehrer" aus der Kriegsgefangenschaft an. Ich habe da viel Glück gesehen und empfunden.  Wir "Helfer" durften unter anderem die Betten beziehen, abwaschen  und vor allem auch Kartoffeln schälen. Es war schön, wenn wir so zu mehreren um einen großen Bottich saßen und um die Wette schälten. Wir durften uns auch mit den Heimkehrern unterhalten und ihnen helfen, sich im Lager zurecht zu finden. Es wurde auch viel gesungen. 

Wenn dann neue Heimkehrer ankamen - was freuten sich die Männer, uns Kinder zu sehen. Ich habe viel von der Zeit vergessen - aber wenn ich daran denke, wird es mir warm um´s Herz. Irgendwann war dann auch Bundespräsident Heuss da und eines der Kinder durfte ihm Blumen überreichen. 

Es gab aber auch viel Schlimmes zu sehen. Ich denke jetzt noch mit Erschütterung daran zurück. Die armen Menschen. Wie viel Hoffnung war da- und wie viel wurde auch zerstört. 

Ein Beispiel - meine Eltern wollten für eine Bekannte, die krank war, den erwarteten und angesagten Sohn abholen. Leider, er war auf dem Transport gestorben. Schrecklich, dass dann der Mutter zu sagen.

 

Die Heimkehr der Zehntausend

 Als Bundeskanzler Konrad Adenauer im September 1955 in Moskau die Zusage erhält, dass alle noch verbliebenen 10000 deutschen Soldaten aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen werden, steigt seine ohnehin große Popularität auf ihren Höchstwert. 


Inzwischen ist bekannt, dass die Freilassung schon beschlossene Sache war, doch die Verdienste Adenauers schmälert das nicht, denn das Schicksal der Gefangenen hat die Nation in den 1950er Jahren bewegt wie kein anderes Thema.

 Am 7.10.1955 treffen die ersten Züge mit den letzten Kriegsgefangenen im Lager Friedland bei Göttingen ein. Die Begrüßungsszenen auf dem Bahnsteig gehören zu den emotionalsten Momente deutscher Geschichte zwischen Kriegsende und Mauerfall. Es werden jedoch nicht alle Hoffnungen erfüllt: Noch Wochen nach Ankunft des letzten Zuges warten Frauen in Friedland vergeblich auf ihre schmerzlich vermissten Männer oder Söhne


(gefunden im  Brockhauskalender 2007)