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Unerwartete Besuch

 

Wir sind auf  Fehmarn. Ich bis so schön am schlafen – da weckt mein Mann mich. „Wir haben Besuch“.

Also, ich schnell auf. „Was bieten wir nur an?“ Na ja, eine Untertasse mit Wasser, ein paar Haferflocken. Schon ist der Besuch zufrieden. Nur, warum reicht ihm der Balkon nicht aus, er will unbedingt ins Wohnzimmer. Oder muss er aufs Kloo – hat doch aber schon auf den Balkon gemacht.

So ein Stress aber auch. Ich rege mich mal wieder wahnsinnig auf. Habe gleich meine Freundin gefragt, dann noch einen Züchter (im Internet gesucht) angerufen. Beide beruhigen mich, der Besuch will sich nur ausruhen, Da er zwei Ringe um hat, ist es eindeutig eine Brieftaube. Kann das denn sein, er hat doch keinen Brief dabei. Hätte ja sein können, dass mir meine Enkel geschrieben haben.

Ach, wenn der Besuch doch ein Hund wäre, da kenne ich mich wenigstens mit aus.

Am nächsten Tag, bin ich extra früh auf - gebe der Taube Frühstück  - jetzt soll sie mal wieder einen Abflug machen.

Aber nein, sie will bleiben - sicher noch zu Mittag essen.


Gut dass ich ihr unser Wohnzimmer verwehrt habe. Wie kann so ein kleines Tier so viel machen. Sie hat zwischendurch sogar einen Erkundigungsflug gemacht - aber dann ist sie doch glatt wieder gekommen.

Sie gefällt mir ja auch ganz gut - aber das ist doch schließlich UNSER Balkon. Ich gehe jetzt einfach wieder ins Bett.

Nach etlichen Stunden ist unser Täubchen immer noch da. Der Balkon ist schön sauer geschrubbt, Klar - dass ihr das jetzt gefällt.

Mein Mann sitzt jetzt auf dem Balkon und spielt Vogelscheuche - aber wenn das Täubchen gleich Hunger hat, werden wir sie wohl wieder füttern - wie ich uns kenne. Aber was passiert, wenn wir dann abfahren.

Also irgendwann beim Tierheim nachgefragt. "Tja, die werden sie nicht mehr so schnell los. Am besten bringen Sie sie hier her. Wir rufen dann den Züchter an, der ist verpflichtet, sie abzuholen. Tut er zwar nicht immer, aber wir geben sie dann einem anderen Züchter, der sich drum kümmert."


Wir hoffen dann noch, dass sie doch noch den Abflug bekommt. Gegen Abend baut mein Mann dann eine Art Falle.. Wir haben sie auch ziemlich schnell - nur immer wieder weg ist sie, wenn wir die Falle aufmachen. 

Stellt euch vor - ich - ich die FEIGE Erika fasse sie dann. Spreche mir aber immer laut Mut zu. "Erika, was bist du mutig". Handschellen um und ab in den Kerker (Spaß).
Es ist so ein schönes Gefühl, dies warme Tierchen in den Händen zu haben. Sie lässt sich dann auch ganz leicht von mir in den Käfig tun. Vorher kucken wir nach der Telfonnummer auf ihrem Ring (Züchter) - nur dort meldete sich leider niemand. Wir schieben dann unter den Faltkasten, wo sie drin sitzt, mein Brett vom Puzzel. (noch beides aneinander gebunden), dort hat sie dann auch guten Halt für ihre Füßchen und ab geht es zum Tierheim. Hin- und Rückweg knapp 80 km.

Dort geben wir alles ganz schnell ab mit noch 10 Euro für ein Eis für das junge Mädchen und dann ganz schnell weg - nur nicht irgend einen Hund sehen - wir wollen auf keinen Fall tauschen. Mein Mann hat mir schon auf dem Weg eingehämmert "komm bloß nicht auf die Idee, einen Hund ... "

Als wir dann  nach Hause kommen, erwarteten wir fast, dass sie schon wieder auf unserem Balkon sitzt

____.

Alles in allem war es ein schönes Erlebnis - unser Täubchen hat uns eigentlich viel Freude gemacht.

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